Scholten-Mühle Rees

Ventikanten

Die Scholten-Mühle ist weltweit eine der letzten erhaltenen Mühlen mit Ventikanten-Drehheck-Flügeln. Ventikanten (vom lateinischen Wort „Ventus“ für Wind) sind eine Entwicklung des Majors Kurt Bilau (1872-1941). Der gelernte Ingenieur diente als Berufssoldat im Kaiserlichen Heer und zog in den Ersten Weltkrieg. Die aus der Landschaft herausragenden Windmühlen waren damals wichtig für die Artillerie, da sie als Fixpunkte beim Anvisieren ferner Ziele genutzt wurden. Bilau bemerkte schon um 1900 ein fortschreitendes Windmühlensterben, weil moderne Dampf-, Motor- und Elektromühlen zu einer übermächtigen Konkurrenz wurden. 

Aufgrund einer Kriegsverletzung wurde Bilau 1918 als Major ehrenhaft aus dem Militärdienst entlassen. Fortan kannte er nur noch ein Ziel: Er wollte die Mühlentechnik modernisieren und konkurrenzfähig machen. Dabei nutzte er vor allem seine Kenntnisse der Aerodynamik, die er als Außenballistiker bei der Artillerie erworben hatte. Entgegen vieler Vermutungen war Bilau nie bei der Luftwaffe und auch kein „Fliegermajor“, auch wenn die Ventikanten wie Flugzeugtragflächen aussehen.